Ein Brief an….

Hallo Liebes,

es gibt da etwas, dass ich dir schon lange sagen wollte und es sagt sich am Besten auf Englisch 😀

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Herzliche Grüße aus einem anderen Universum 😉

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Schienen….

Die gestellte Aufgabe lautete: Schreibe über einen vorgegebenen Tweet by Twitter. Nun, ich bin nicht bei Twitter und die vorgegebenen Tweets sind in Englisch. Da es hauptsächlich darum geht, schreiben zu üben, wähle ich etwas anderes.

Ich habe einen Text wiedergefunden, eine kleine Geschichte, die ich meinen Kindern früher als Gute-Nacht-Geschichte erzählt habe (aus der Reihe Fritze und Karlchen, Abenteuer zweier Eichhörnchen) und habe ihn etwas überarbeitet:

 

Fritzi und Karlchen klettern schnell und flink. Sie laufen und hüpfen so schnell von Baum zu Baum, dass sie bald den  Waldrand erreicht haben. Von ihrem Ausguck auf einer Kastanie sehen sie Gleise, die nur wenig entfernt von den Bäumen entlang laufen. Fritzi und Karlchen wundern sich, wozu diese Metallschienen gut sind, da hören sie ein unbekanntes Geräusch. „tuut-tuut“. Eine Dampflok zieht mehrere Waggons hinter sich her und stößt dabei grauschwarze Rauchschwaden aus dem Schornstein aus. Fritzi und Karlchen sind fasziniert. Die Waggons fahren dicht unter ihnen vorbei Sie schauen sich an und – springen! Krampfhaft halten sie sich fest. Der Rauch nimmt ihnen die Sicht und den Atem, der Fahrtwind zerrt an ihrem Fell, dass sich die Ohren zurückbiegen. So anstrengend hatten sie sich das nicht vorgestellt! 

Und auch nicht so schnell. So weit waren sie in so kurzer Zeit bisher noch nie gekommen. Das Herz hämmert vor Aufregung im Takt der Räder. Bald wird die Bahn langsamer und erreicht schließlich den nächsten Bahnhof. Neugierig beobachten Fritzi und Karlchen, wie Menschen aus und einsteigen. Die kleine Menschen hüpfen und kreischen, während die Großen sie an den Händen halten. Für die kleinen Menschen war die Fahrt genau so aufregend gewesen, wie für die beiden Eichhörnchen.

Sie überlegen, ob sie von dem Waggon herunter klettern sollen, da setzt sich die Bahn wieder in Bewegung – zurück in die Richtung aus der sie kamen. Fritzi und Karlchen beschliessen, wieder mit zurück zu fahren. Diesmal genießen sie die richtig Fahrt. In der Nähe ihres Kastanienbaumes springen sie ab und können es kaum erwarten, bei einem Glas Brennesselsaft und eine Schale Nussmuss ihren Eltern davon zu erzählen.

Schienen gibt es auch in unserem Leben mehr als genug. Bahnschienen, Beinschienen, Armschienen. Schienen symbolisieren einerseits einen Weg in die Ferne, ins Unbekannte, Aufregende, Neue, andererseits sind sie starr und man kann von ihnen nicht links und rechts abbiegen. Manchmal verläuft auch unser Leben wie ein Paar Schienen. Glück ist es, wenn wir es genießen können.  Und wissen, wann wir von den Schienen abspringen sollten/können;)

 

Fritzi springt,Aquarell-Entwurf für Fritzi und Karlchen
Fritzi springt, Aquarell-Entwurf

 

 

Schreib-Raum

Mein Raum unter der Zeit ist mein kreativer Raum. Schreiben, malen, zeichnen, basteln, Speckstein bearbeiten, lesen – alles geschieht in diesem Raum. Die Ideen dagegen sind weder auf einen Raum noch auf eine Zeit beschränkt. Weder unter noch über, daneben, davor oder dahinter. Überall entdecke ich Geschichten, die erzählt werden wollen und jede Geschichte braucht ihr eigenes Medium.

Und so mag ich mich nicht auf ein Medium beschränken. Die Konsequenz daraus: ich kann nichts perfekt – aber vieles ein bisschen. Um etwas wirklich zu meistern, also meisterhaft die Ausübung zu beherrschen, wäre der Fokus auf eine Sache hilfreich. Und genau hier scheitere ich.

Vielleicht könnt ihr mir helfen mich eine Weile auf das Schreiben zu konzentrieren und mehr und mehr zu lernen. Welche Themen berühren euch? Zu welchen Themen würdet ihr gern eine andere Meinung oder Sichtweise hören?

Jedesmal versuche ich, ein passendes Bild zu meinem Text zu malen, zeichnen oder zu fotografieren.

Eure Vorschläge könnt ihr mir über meine Kontakt-Seite senden: Kontakt und etwas über mich

Bin sehr gespannt und freue mich auf eure Nachrichten.

 

Schreib-Raum
Schreib-Raum

Wandlungen

Gestern spazierte ich an der Bille entlang und verspürte den dringenden Wunsch, mich in einen Baum zu verwandeln.

Beide Füße fest auf den Boden gestemmt spürte ich, wie meine Wurzeln in das Erdreich drangen und Halt suchten und fanden. Ich gestattete mir, Jahrzehnte zu wachsen und zu reifen, im Herbst schüttelte ich meine Blätter ab und schlief im Winter, während die Bille langsam zu fror. Im Frühjahr fühlte ich frische Lebenssäfte durch meine Adern rinnen, Knospen bildeten sich und entwickelten sich zu frischen grünen Blättern, während die Bille leise glucksend über die Steine in ihrem Bett floß. Schließlich wurde es mir zu langweilig, immer an einem Ort zu stehen.

Ich verwandelte mich in eine Katze, schüttelte mich kurz und amüsierte mich über die Bewunderung der Menschen, dass auf einmal so viel Licht auf den  Weg strömte. Ich leckte kurz meine Pfote und wurde von einem Eichhörnchen abgelenkt, aber so schnell ich es auch verfolgte, ich konnte es nicht fangen. Das Eichhörnchen kletterte so flink einen Baum hinauf, dass ich nicht hinter her kam. Wie auch immer, auch das Eichhörnchen hatte ein Recht zu leben.

Auf der nächsten Wiese rollte ich mich schnurrend im Gras und genoss die Wärme der Sonne, bis ich auf einmal niesen musste und aufwachte.

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„Es gibt hundert und tausend Wege.“ – Janosch

Einmal trafen sie eine Krähe. „Vögel sind nicht dumm“, sagte der kleine Bär und er fragte die Krähe nach dem Weg. „Welchen Weg?“, fragte die Krähe. „Es gibt hundert und tausend Wege.“  – Auszug aus Janosch film & Medien AG „Oh, wie schön ist Panama“

Gehe tapfer den Weg, den noch niemand vor dir gegangen ist, und den niemand nach dir gehen wird. Du wirst Abenteuer erleben, manchmal wirst du denken, dass es nicht weiter geht. Manchmal wird es schwer sein und manchmal wirst du das Gefühl haben zu fliegen.

Du wirst vielen Menschen auf diesem Weg begegnen. Einige begleiten dich von Anfang an, einige eine Zeit lang. Ein paar stoßen unterwegs dazu und biegen später wieder ab.

Einige bleiben für immer.

Dein Weg wird nicht gerade aus führen, oder nur selten. Es gibt so viel zu schauen, zu lernen, zu fühlen, zu entdecken. Es kann passieren, dass du hin und wieder ein Stück zurück gehst oder nur langsam voran kommst oder abbiegst.

Das ist in Ordnung. Frei nach Astrid Lindgren: ab und zu hinsetzen und vor dich hinschauen. Oder in dich hinein. Um dich herum?

Was siehst du dort? Sagst du es mir?

Ist es ein Sandweg oder ist es eine Straße, stehen Bäume am Rand oder Büsche, fliegt ein Vogel über dir? Geht es dir gut? Wie fühlst du dich? Läufst du vielleicht durch einen Wald? Oder gehst du am Strand spazieren? So viele Fragen.

Weißt du, welchen Weg ich meine?

 

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Der Wald ist voller Bäume

Das Sprichwort dazu lautet: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dieses Zitat hüpfte in meinen  Kopf beim Anblick des ersten Bildes der #everdayinspiration – Challenge. Gleich gefolgt von einem anderen Gedanken: es gibt so viele interessante Dinge, Bücher, Tätigkeiten, Möglichkeiten, Optionen – und ich stehe da und bin blockiert.

In der ersten „Aufgabe“ wählte ich die Option „What I like“ – was ich mag. Dort habe ich nur eine kleine Auswahl angeführt. Es gibt noch so viel mehr! Zu entdecken, zu lernen, zu üben, zu sehen, zu schmecken, zu fühlen, zu riechen.

Wo fange ich an?

Das ist mein größtes Problem. Anfangen. Mit irgendwas. Fühlt sich schon mal gut an, wenn ich es geschafft habe nicht nur morgens aufzustehen sondern mich auch noch anzuziehen. An manchen Tagen fühle ich mich wie „Dittsche“, laufe den ganzen Tag im Bademantel herum.

So gehe ich natürlich nicht vor die Tür. Und sehe dann auch die Bäume nicht. Im Moment stehen sie kahl, alle Blätter haben die Stürme weggepustet. Dafür sind die manchmal bizarr geformten Äste gut zu sehen. Eine gute Möglichkeit für Zeichenstudien. Wenn es bloß nicht so kalt wäre. Die Finger frieren. Lieber ein Foto knipsen und zu Hause zeichnen.

Ich koche mir erstmal einen Tee und trinke ihn eingemummelt in warme Jacken auf dem Balkon, um eine Zigarette dabei zu rauchen. Ja, ich weiß, dass es ungesund ist. Habe so oft versucht aufzuhören, dass ich mehr über die Inhaltsstoffe und Suchtverhalten weiß als sonst jemand in meiner Bekanntschaft. Genützt hat es nichts. Übrigens zeichne ich auch nicht.

Sehe vor meinem inneren Auge alle Bäume dieser Welt, alle Möglichkeiten. Es ist nie zu spät. Vermutlich. Wenn ich denn anfangen würde……

 

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